Vorstellungsgespräche laufen üblicherweise nach einem ähnlichen Muster ab:
Das Unternehmen bzw. die Gesprächspartner stellen sich vor, anschließend stellt sich der Bewerber vor, und danach wird über die Stelle und die Qualifikation gesprochen.
Hier die wichtigsten Punkte, auf die Sie vorbereitet sein sollten:
Lesen Sie sich die Stellenanzeige Punkt für Punkt durch. Überlegen Sie zu jeder Aufgabe, wo Sie eine vergleichbare Tätigkeit bereits ausgeübt haben oder warum Sie sie trotzdem gut bewältigen können.
Wenn Sie etwas wirklich noch nie gemacht haben, gehen Sie offen damit um und fragen Sie, wie komplex das Thema ist und wie viel Einarbeitung nötig wäre.
Fast immer lautet die erste Frage: „Wissen Sie, was wir machen?“
Sie sollten sich vorab auf der Unternehmenswebsite informieren und in ein bis drei Sätzen erklären können, womit das Unternehmen sein Geld verdient.
Es hilft, den Lebenslauf und idealerweise auch das Stellenprofil vor sich zu haben. Eine Vorstellung könnte zum Beispiel so aussehen:
„Mein Name ist Max Muster, ich bin 29 Jahre alt, reise und koche gern und habe meine berufliche Laufbahn als Industriekaufmann bei der ABC GmbH begonnen. Nach meiner Ausbildung bin ich zur XY GmbH gewechselt. Dort bin ich erstmals mit Ihrem Unternehmen / Ihrem Produkt / einer ähnlichen Aufgabe wie in der ausgeschriebenen Stelle in Berührung gekommen.“
Bitte kennen Sie Ihre Kündigungsfrist genau. Optimal ist eine Formulierung wie:
„Wenn ich bis zum 31.8. einen Arbeitsvertrag bei Ihnen unterschreibe, kann ich am 1.10. beginnen.“
Sie können anschließend direkt zurückfragen, wie viel Zeit sich das Unternehmen für den Bewerbungsprozess eingeplant hat.
Wenn Sie im relevanten Zeitraum bereits Urlaub geplant haben, sprechen Sie es am besten gleich an:
„Ich kann zum 1.10. anfangen, habe jedoch vom 3.11. bis 7.11. bereits eine Woche Urlaub gebucht. Ist das für Sie in Ordnung oder wäre ein Start zum 10./15.11. sinnvoller?“
So vermeiden Sie unangenehme Situationen im neuen Job.
Sollten Sie aktuell arbeitslos sein und sofort starten können, dürfen Sie auf die Frage „Wann können Sie anfangen?“ auch mit einem Lächeln sagen:
„Wenn Sie möchten, bleibe ich direkt hier.“
Das lockert die Situation auf und zeigt Bereitschaft.
Nennen Sie Ihre Stärken selbstbewusst:
– „Ich arbeite zielorientiert.“
– „Ich finde mich schnell in Teams ein.“
– „Ich spreche Konflikte offen an und finde gemeinsam Lösungen.“
– „Ich bringe gern Ideen ein, um Prozesse oder Ergebnisse zu verbessern.“
– „Ich spreche mehrere Sprachen.“
Wichtig: Haben Sie zu jeder Stärke ein konkretes Beispiel parat.
Nennen Sie kleine, sympathische Schwächen:
– „Ich nasche gern.“ – „Ich habe ein schlechtes Zeitgefühl – zum Glück gibt es Wecker.“ – „Ich bin sonnenempfindlich. Zum Glück gibt es Sonnencreme“ – „Ich fliege nicht gern.“ (Bitte nicht für Pilot*innen bewerben.) – „Ich mag kein kaltes Wetter.“
Niemand erwartet, dass Sie ernsthafte Charakterschwächen nennen.
Diese Frage ist schwierig, weil kaum jemand sagen möchte, dass er sich nie weiterentwickeln will. Wer die Stelle jedoch zu offensichtlich als Sprungbrett sieht, vermittelt, dass er den Job eigentlich nicht langfristig ausüben möchte.
Eine gute Antwort wäre: „Zunächst möchte ich im Unternehmen ankommen und die Stelle als XXX wirklich gut ausfüllen. Was sich danach ergibt, wird sich mit der Zeit zeigen. Vielleicht ergibt sich eine neue Herausforderung oder mein Aufgabenbereich wächst. Karriere lässt sich nicht planen – es geht darum, Chancen zu nutzen, wenn sie sich bieten.“
Homeoffice polarisiert. Manche Unternehmen erwähnen es in der Stellenanzeige, andere nicht. Für viele Bewerber ist das Thema jedoch wichtig. Wir empfehlen eine neutrale Formulierung wie: „Ist Homeoffice in Ihrem Unternehmen ein Thema? Gibt es hierzu feste Regelungen?“
Bitte kennen Sie Ihr Bruttomonatsgehalt oder besser noch Ihr Jahresbruttogehalt – sowohl Ihren aktuellen Stand als auch Ihre Vorstellungen. Wenn Sie derzeit z. B. 60.000 € verdienen, könnte eine Antwort so klingen:
„Ich möchte mich auch gehaltlich verbessern. Mein Wunsch liegt bei 65.000 € im Jahr. Ist das in Ihrem Unternehmen realistisch?“
Falls im Stellenprozess das Thema Gehalt nicht angesprochen wird, ist es völlig legitim nachzufragen:
„An welcher Stelle des Bewerbungsprozesses ist das Gespräch über Gehalt, Urlaub und Benefits vorgesehen?“
Es ist sinnvoll, zumindest den Rahmen zu kennen, bevor man Probearbeiten oder längere Gespräche plant.
Hier eine Auswahl sinnvoller Fragen: „Was zeichnet Mitarbeitende aus, die besonders gut zu Ihrem Unternehmen passen?" „Gab es in der Vergangenheit Gründe, warum Arbeitsverhältnisse nicht erfolgreich waren?“ „Weshalb ist die Stelle vakant?“ „Ich kann mir einen Start bei Ihnen gut vorstellen. Wann höre ich von Ihnen bzw. bis wann planen Sie eine Entscheidung?“ „Warum arbeiten Sie gerne in diesem Unternehmen?“ „Wie läuft die Einarbeitung ab? Wer übernimmt sie und wie viel Zeit ist dafür vorgesehen?“
Wir hoffen, Sie fühlen sich nun besser auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet. Falls nicht, kontaktieren Sie uns gern persönlich: Badische Personalberatung GmbH / 0761/154351-0